Row Row Row your boat

Tag 3: Der dritte Tag in Yellowstone beginnt heute verschlafen, Wecker im Schlaf ausgemacht und weitergeschlafen, also etwas später in den Park als geplant. Ist etwas doof, da ich am Tag zuvor schon einen Termin für heute fix gemacht hab. Aber gut es soll mich nicht davon abhalten in den Park zu gehen und etwas neues zu sehen. Den Anfang macht ein See der voll abgestorbener Äste und Baumstämme ist, das Wasser im See konserviert sie.

Dann geht es zu den Mamooth Hot Springs, leider habe ich als ich dann da bin doch etwas Zeitdruck, desshalb geht es direkt weiter zu meinem Event, es geht zum Rafting nach Gardiner, man hat mir versprochen es ist jeden Cent wert. Gebuscht habe ich bei der Yellowstone Raft Company, als ich ankomme muss ich die in den USA typische Erklärung unterschreiben dass ich auch wirklich raften gehen will und sie nicht im nachhinein verklage. Nach der Unterschrift dann Badehose und ein altes T-Shirt angezogen und Neopren Schuhe von der YRC und dann kann es schon los gehen, mit einem Bus und dem Schlauchboot geht es zum Fluss, mit dabei natürlich die anderen Gäste.

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Unser Guide ist ein typischer Surfer, allerdings ganz wichtig aus Florida und nicht aus Kalifornien. Wir tragen das Boot ins Wasser und los geht es. Schon nach der ersten Welle weiß ich genau dass das hier wirklich jeden Cent wert ist, das Wasser, die Wellen alles passt einfach. Es geht acht Meilen den Fluss hinunter, bis wir wieder an das Flussufer fahren und mit dem Bus zurück. Nach dem abtrocknen geht es jetzt aber wieder zurück zu den Hot Springs. Hier hat das Wasser Kalk Terassen gebildet, die meisten sind weiß, doch manche werden von den Bakterien die in diesem warmen Wasser leben grell Orange gefärbt. Auch hier gibt es natürlich einen Rundweg den ich natürlich ablaufen muss um auch ja alles zu sehen.

Danach geht es noch zu einem Geysir der das letzte mal am 3.September 2014 ausgebrochen ist und der größte aktive Geysir der Welt ist, anscheinend kann er bei einem Ausbruch bis zu 91 Meter hoch werden, aber er bricht als ich da bin leider auch nicht aus. Im Gelände um Ihn herum sind noch mehrere andere Geysire und heiße Quellen, es riecht nach Schwefel, aber der Anblick ist es auf jeden Fall wert.

Jetzt geht es wieder zurück zum Campingplatz auf dem ich eine kleine Blockhütte gemietet habe. Dort angekommen probiere ich mich noch ein bisschen im Nachthimmel fotografieren, aber meine Kamera ist dafür dann doch etwas zu schwach.

Bärenwetter

Tag 2: Der zweite Tag Yellowstone beginnt sonnig und wird im laufe des Tages wohl genau so warm wie der vorherige Tag. Als ich in den Park fahre komme ich nicht so wirklich weit, vor mir hat sich ein Stau gebildet. Ich laufe an den Autos nach vorne, bis ich eine Traube Menschen sehe, denn alte Faustregel für Yellowstone: wenn es Stau gibt und viele Leute herum stehen gibt es eigentlich immer etwas zu sehen was man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Und tatsächlich, etwa 80 Meter von der Straße entfernt liegt etwas im Wald, zuerst erkenne ich nicht viel, aber als ich dann einen Park Ranger frage was genau es denn ja jetzt zu sehen gibt, kommt Bewegung in das ganze. Zuerst sehe ich nur eine Tatze die sich nach vorne streckt, gefolgt von einer kleineren Tatze, es sind eine Bärin und ihr Junges die es sich auf dem Waldboden gut gehen lassen. Dem Ranger nach sind es Grizzlys, also mein erster Bär in freier Wildbahn, das macht schon mal einiges her, schließlich ist das etwas anderes als im Zoo. Nachdem ich Erfolglos versucht habe ein gutes Bild von den Bären zu machen geht es weiter in den Park, doch auch das nicht so weit, denn der nächste Stau lässt nicht auf sich warten. Diesmal ist es kein Bär, sondern ein anderes Wildtier, das auf der Must-See Liste steht. Ein Wolf trottet aus dem Wald und in Richtung der Wildgänse die im Teich schwimmen.

Der Tag fängt schon einmal sehr gut an. Nun geht es weiter zu meinem eigentlichen Ziel, die Lower Falls im Grand Canyon of Yellowstone. Beide sind absolut faszinierend und sollten in Yellowstone bei jedem auf der Karte stehen, zuerst geht es den Canyon entlang, noch sehr gemütlich man kann den Wasserfall von oben sehr gut sehen, auch den Regenbogen der sich aus den ganzen kleinen Tropfen bildet und den Fluss der sich im Canyon entlang schlängelt. Doch dann ist der ruhige Part der Wanderung vorbei, es geht auf Onkel Toms Trail, ein Wanderweg der auf ziemlich steilen Stahltreppen hinunter zu dem Lower Fall führt, am Anfang steht extra eine Warnung für Wanderer, aber todesmutig (oder ziemlich dumm je nachdem wie man es sehen will) gehe ich den Weg nach unten, auf den Treppen nach oben kann ich mir ja Zeit lassen, so mein Gedanke. Der Weg nach unten ist gut machbar und bald habe ich das Ziel erreicht. Den Wasserfall so nah wie es mir möglich ist, es ist wieder einmal atemberaubend, das Wasser und der Regenbogen so nah wie noch nie. Doch dann kommt der Weg nach oben und nach einer gefühlten Ewigkeit und gefühlt unzähligen Stufen stehe ich dann auch wieder auf dem Wanderweg.

Es geht weiter in Richtung der Upper Falls, die sich aber irgendwie als weniger spektakulär herausstellen als die Lower Falls. Für mich geht es weiter ins Hinterland des Parks doch auch hier steht bald wieder alles, also wieder die Kamera ausgepackt und den Menschen hinterher. Ein Schwarzbär sitzt auf der Wiese und frisst Grass, um ihn herum viele Menschen, von denen viele auch viel zu nah dran sind. Drum zweiter Merksatz aus Yellowstone: Bleibt von den Bären weg und gebt ihnen Freiraum, denn hier ist kein Zaun zwischen euch und dem Bär. Glücklicherweise ist dieser Bär ziemlich ruhig und trottet irgendwann seiner Wege. Also geht es weiter, an einem Fluss steht eine Horde Bisons, da kommt direkt das Wild West Feeling in einem hoch und nach einem kurzen Stop geht es dann zum nächsten Stau. Auch hier wieder aussteigen und suchen was es zu sehen gibt, hier hat es sich ein Grizzly bei einem Baum gemütlich gemacht und kratzt sich den Rücken an ihm.

Faszinierend,heute drei Bären gesehen, das sind einfach Erlebnisse die man sich gerne immer wieder in Erinnerung rufen kann. Jetzt aber weiter und endlich die geplante Tour fertig zu machen, es geht aus dem Park heraus und trotzdem sieht die Natur immer schöner aus. Das ist hier das besondere, innerhalb von ein paar Meilen ändert sich das ganze Landschaftsbild komplett. Über die kleine Stadt Cody geht es wieder zurück zum Motel.

Yellow Stones on my way

Tag 1: Wenn man in Grand Teton ist, liegt etwas anderes nicht fern, wohl einer der berühmtesten National Parks der USA, der Yellowstone National Park. Supervulkan, was man spätestens bei den ganzen Geysiren bemerkt die dort brodeln, er ist noch lange nicht erloschen. Er empfängt mich bei meiner Anreise mit einem wunderschönen Stück Natur, es ist zwar nur ein Fluss, aber die Bilder die ich dort schon zu Gesicht bekomme sind schon einmal Grund genug zu sagen, der Trip hier her hat sich gelohnt. Doch wie ich merke hat der Park noch so einiges mehr in petto. Nicht zuletzt Wildtiere die man hier in Hülle und Fülle sehen kann. Doch nicht nur das, auch landschaftlich ist hier so einiges geboten. Zuerst geht es auf der Straße am Yellowstone Lake entlang, riesig dieser See, leider ist das Wetter nicht so gut wie ich es aus Grand Teton gewohnt bin, aber das soll ja der Sache keinen Abbruch tun. Es geht weiter, schließlich ist das Motel auf der anderen Seite des Parks und dieser ist ziemlich groß. Doch schon bald werde ich abgelenkt, es riecht nach Schwefel und dort wo Schwefel ist ist auch ein Geysir nicht weit. Oder zumindest eine heiße Quelle und tatsächlich stehe ich bald inmitten eines Schlamm Vulkan Feldes, überall dampft es, blubbert es und es riecht nach verfaulten Eiern. Das ist etwas auf das man sich definitiv einstellen sollte wenn man dort ist, Schwefel riecht nicht so gut, aber nach einiger Zeit nimmt man es nur noch am Rande war. Dafür ist das Schauspiel das ich dort zu sehen bekomme mehr als Entschädigung für den Geruch, ich sehe kochendes Wasser das aus der Erde kommt, Schlamm der brodelt und eine Höhle aus der es zischt und dampft. Es ist herrlich und da kommt auf einmal auch das vorher schon angesprochene Wildleben ins Spiel, nicht ganz zehn Meter vom Weg entfernt liegt ein Bison im Graß und kaut vor sich hin, ziemlich unberührt von den ganzen Menschen die um es herum laufen.

Ich laufe einen kurzen Rundweg zu den verschiedenen Quellen, hier gibt es sogar einen Säuresee, die Erde im Yellowstone gibt wirklich alles her was sie zu bieten hat. Nach dem Rundweg geht es weiter Richtung Motel, unterbrochen von ein paar Bisons die die Straße überqueren und natürlich ein paar mal anhalten für die Bilder. Bis ich dann abends mein Motel erreiche, es ist ein für amerikanische Verhältnisse kleines Motel mit einem noch kleineren Campingplatz, auf den gerade einmal 5 Wohnmobile passen (wohlgemerkt amerikanische Wohnmobile die die Größe eines Reisebusses haben). Doch das Motel ist perfekt, es ist sauber und die ältere Dame die den Check-In macht ist sehr gesprächig und man kommt sehr gut in ein Gespräch über die USA, Deutschland, die Gegend, die Landschaft und was man noch so tun kann. Doch das absolute Highlight steht nicht auf dem Platz des Motels, es steht hinter dem Motel auf einem Hügel, die Smith Mansion. Ein Haus, wie man es so noch nie gesehen hat. Wenn Interesse besteht schreibe ich gerne noch etwas mehr über dieses Haus. Leider ist es für Besucher gesperrt und ich darf nicht näher hin, ansonsten kann man, laut Rezeptions-Dame, in der Verwahrzelle des örtlichen Sheriffs landen, worauf ich irgendwie keine Lust habe. Daher muss ich leider alle meine Bilder von weiter weg machen aber auch von dort kann man das Haus sehr gut sehen. So geht der erste Tag beim Yellowstone National Park zu Ende.

Grand Teton 

 Nach dem ich Salt Lake City schweren Herzens verlassen müsste geht es nun weiter, wieder ein National Park und wieder einer der sich mehr als lohnt. Aber der Reihe nach. Von Salt Lake City geht es nun in ein Hostel beim Grand Teton National Park, das den klangvollen Namen „The Hostel“ trägt. Eine der bezahlbaren Unterkünfte rund um den Nationalpark und definitiv eine Empfehlung wenn man in der Gegend ist. Hier gibt es alles was das Herz begehrt und natürlich den Grand Teton National Park um die Ecke. In diesen geht es jetzt zu erst mal und er ist überragend. Sehr bergig zwar aber für Wanderungen genau richtig. Da ich mal wieder verpennt habe geht es am ersten Tag nur auf einen kurzen Trail am Phelbs Lake entlang. Zuerst einen Berg hinunter von dem aus man einen hervorragenden Blick auf den See hat. Dann geht es um den See herum der mit klarem Gebirgswasser gefüllt ist. Irgendwann treffe ich eine Gruppe die von einem etwa fünf Meter hohen Felsen in den See springen, auch das ein muss bei diesem heißen Wetter. Aber als es dann anfängt zu dämmern muss ich weiter, da ich nicht zwingend einem Bären begegnen will, vor allem da ich noch kein Bärenspray gekauft habe. Also zurück zum Auto und in das Hostel. Hier gibt es Mac and Cheese aus der Mikrowelle und ein paar Runden Billard bevor es ins Bett geht.

Am nächsten Tag dann etwas früher in den Park. Heute geht es zum Jenny Lake und ein Stück am String Lake entlang. Beide Seen sind wunderschön und haben sich schon nach dem ersten Moment total gelohnt. Doch dann geht es weiter hinauf in die Berge zum Inspiration Point und nach dem ich den Punkt erreicht habe bietet sich mir eine wunderschöne Aussicht über den Jenny Lake. Alleine hier her hat es sich schon mehr als gelohnt, doch wie es der Zufall will treffe ich ein Pärchen aus Kanada die mich einladen ein Stück mit ihnen den Cascade Canyon entlang zu wandern. Kurz darauf geht es schon in den Canyon entlang an einem malerischen Bergfluss und gelegentlichen kleinen Wasserfällen. Es ist ein weiterer Weg als ich gedacht habe ( Meilen zu Kilometer umrechnen ist nicht zwingend meine Stärke) aber es ist dann doch irgendwann geschafft. Und auch hier sei gesagt das es sich sehr gelohnt hat. Doch da es auch hier wieder dämmert muss ich zurück, trotz neu erworbenem Bärenspray habe ich keine Lust einem in die Arme zu rennen. Doch eine Sache ist auf dem Weg noch unbedingt zu erledigen, nämlich kurz in den Fluss zu springen, das Wasser ist eisig, aber genau das was man nach einer Wanderung braucht. So geht es dann erfrischt ins Tal. Am Ende der Strecke verabschiede ich mich von meinen Wandergefährten und für mich geht es wieder ins Hostel, wo es nach einer kurzen Runde Billard und Abendessen ins Bett geht.

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Der dritte Tag steht dann im Zeichen der kurzen Wanderung, also eigentlich. Denn in der Praxis treffe ich ein frisch verlobtes Paar aus Texas die genau wie ich am Two Ocean Lake wandern wollen und so wandern wir zusammen. Wir beschließen zum Great Overview Point zu laufen welcher wie der Name schon sagt wohl einen guten Überblick bieten soll. Dort hoch ist schon nochmal ein ganzes Stück zu laufen, aber als ich dann oben bin muss ich sagen, die Beschreibung hat nicht gelogen. Der Blick ist faszinierend und man sieht den Two Ocean Lake, den Emma Mathilda Lake sowie die Tetons (die Berge nach denen der National Park heißt). Es geht weiter wieder zurück Richtung Parkplatz, was eochmal circa 10 Kilometer sind. Unterwegs unterhalte ich mich mit dem Pärchen über Gott und die Welt, wie Amerikaner Deutschland sehen, wie ich die USA sehe, Politik, Philosophie und sonst auch irgendwie alles über das man sich unterhalten kann kommen auf der doch länger als geplanten Wanderung auf den nichtvorhandenen Tisch. Ab und an schaut man etwas paranoid über die Schulter, die „Achtung Bären“ Schilder tun ihren Zweck und man ist immer ein bisschen vorsichtig um dem Bären nicht in die Klauen zu laufen. Nachdem ich das Auto wohlbehalten erreicht habe, werden noch E-Mail Adressen ausgetauscht. Danach geht es für mich zu meiner letzten Nacht im Hostel, bevor es am nächsten Tag zur nächsten Station meines Roaftrips geht.

Der Grand Teton National Park ist also ein wunderschöner Park, der für jeden etwas bietet, sei es zum Wandern oder um einfach nur am See zu sein und zu baden, keiner kommt hier zu kurz. Es empfiehlt sich aber die Wege die man Wandern will vorher auf der Karte auszusuchen da der Park rießig ist die Karten hierfür gibt es auf der Website des Nationalparks. Auch das Bärenspray darf nicht fehlen, auch wenn es nicht gerade günstig ist. So einem Grizzly ohne eines zu begegnen stelle ich mir nur halb so spaßig vor, aber das sollte niemand vor dem Park abschrecken es lohnt sich auf jeden Fall. Das Hostel „The Hostel“ ist wie schon gesagt eine klare Empfehlung, hier hat man alles was das Herz begehrt, wenn man nicht das 5 Sterne Hotel erwartet. Also nochmal Daumen hoch für den Grand Teton National Park.

This is Antelope Island

Wenn man beim Grate Salt Lake ist, sollte man da auch mal hinfahren. Dazu bietet sich der Nationalpark Antelope Island mehr als an, hier gibt es Bisons und wer hätte es gedacht auch Antilopen. Aber vor allem ist hier auch ein Strand von dem aus man sehr gut in den Salt Lake kommt. Also geht es am Morgen los, erste Station ist eine kleine Halbinsel die in den See hineinreicht, hier gibt es eigentlich nur Spinnen und Geckos, aber die Aussicht auf den Salzsee ist hervorragend, wäre da nicht diese unglauliche Hitze, aber da muss man wohl durch und zum Glück ist der zweite Stop dann auch schon der Great Salt Lake, als erstes fällt auf, das es etwas stark riecht, gelinde gesagt, aber das soll natürlich nicht abhalten.

Rein in das Salzwasser und ein bisschen floaten, das Salz trägt einen hervorragend und man möchte eigentlich nicht mehr raus, wäre da nicht die Angst vor dem Sonnenbrand. Also nach 20 Minuten wieder heraus und am Strand weiter braten lassen. Doch irgendwann werden die Mücken ein bisschen zur Plage und ich beschließe weiter zu fahren, nicht jedoch ohne die Salzlake gründlich abzuduschen. Nun geht es ein bisschen weiter auf die Insel zu einem guten Übersichtspunkt, von dem aus man hervorragend über die Insel schauen kann, auf der es erstaunlich viele Campingplätze gibt. Nach der kurzen, aber sehr schweißtreibenden, Wanderung geht es dann auf die einzige Farm die auf Antelope Island stand, sie ist heute eine Schaufarm, auf der man das Leben der Farmer genauer betrachten kann, Lassowerfen üben kann und wie für Americaner üblich eine Picknick Area. Ich schlendere ein wenig über die Farm und da es langsam spät wird und ich noch ein bisschen wegstrecke vor mir habe bevor ich ins nächste Motel komme beschließe ich es für heute gut sein zu lassen und wieder von der Insel zu fahren. Die Rückfahrt wird nur noch davon unterbrochen, dass ich doch tatsächlich ein paar Bisons am Strasenrand sehe, die ich wie die ganzen anderen Touristen natürlich auch fotografieren muss. Abschließend kann ich zum Salt Lake und Antelope Island sagen, es ist sehr schön, aber auch extrem heiß und man sollte sich auf die Gerüche vorbereiten die dort auf einen zukommen. Aber es ist auf jeden Fall einen Ausflug wert wenn man in Salt Lake City ist.

The City by the Salt Lake

 

Nun also in Salt Lake City der Stadt mit einer der größten, wenn nicht sogar der größten Mormonen Bevölkerung. Das macht sich auch im Stadtbild bemerkbar, wenn man in Salt Lake City ist, muss man schon fast zwangsläufig den Temple Square besuchen. Dort findet man die verschiedenen Tempel der Mormonen, das Kongresszentrum und das Tabernakel. An den Tempeln finden an diesem Tag extrem viele Hochzeiten statt, es ist sonnig und alle laufen draußen herum um das perfekte Hochzeitsbild zu machen. Eine Dame erklärt mir, dass hier pro Stunde bis zu vier Hochzeiten stattfinden können, besonders an Wochenenden. Das ist schon ziemlich viel wenn man da mal genau drüber nachdenkt.

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Doch es sind auch echt schöne Tempel die es dort gibt, etwas beeindruckender, weil größer ist das Conference Center ein paar hundert Meter weiter, als ich durch die Türe komme kommt mir eine ältere Dame entgegen und fragt ob ich an einer Führung interessiert bin und wie viel Zeit ich denn habe. Kurz danach geht es schon auf die Führung durch die das riesige Center. Man kann den riesigen Saal besichtigen in dem die Konferenzen (ich denke so eine Art Messe eben) abgehalten werden, anschließend geht es auf das Dach des Zentrums von dem man einen wunderbaren Blick auf ganz Salt Lake City hat und man kann sogar bis Antelope Island sehen.

Anschließend gehe ich zum Capitol of Utha das nach dem Vorbild des Capitols in Washington D.C. gebaut ist, darumherum befinden sich die Denkmäler für den Vietnam-und Koreakrieg. Nun noch in das Tabernakel, hier hat es eine sagenhafte Akkustik, man kann in der letzten Reihe hören, wenn man vorne einen Stift fallen lässt. All das durch die Kuppel des Tabernakels, hier kann man einfach mal sitzen und die Hitze von Salt Lake City für kurze Zeit wieder vergessen, bevor man wieder hinaus geht.

Nachdem ich jetzt für meinen Geschmack genug von Salt Lake City gesehen habe, geht es wieder etwas hinaus aus der Stadt in die Richtung des Big Cottonwood Canyon. Hier ist es sehr warm, aber auch wieder sehr schön. Die Felsen sind scharfkantig und ziemlich dunkel, anders als ich es aus den Rocky Mountains gewohnt bin, es geht weiter den Canyon hinauf bis zu einem Wanderweg der zu einem Wasserfall führt. Das Wasser ist sehr, sehr kalt, das merke ich nachdem ich bis zu den Knien drinstehe und mich frage ob es das wert ist. Aber als ich am Wasserfall stehe muss ich sagen, es ist die abgefrorenen Füße echt wert. Nachdem ich wieder im Auto sitze geht es in Richtung von Park City dem Ort, an dem die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City waren. Hier kann man einfach mal durch das Olympische Dorf fahren und sehen wie so ein Austragungsort aussieht. Nach dem der Tag dann doch wieder sehr lang war, geht es in Richtung des Motels für diese Nacht um am nächsten Tag dann weiter auf dem Roadtrip zu fahren.

The travel to Salt Lake City

Nach dieser kurzen Zwangspause (fehlendes Internet) geht es jetzt weiter mit dem Trip. Aus den Rocky Mountains geht es in Richtung von Salt Lake City, der weg dahin kann sehr einfach sein, wenn man es so haben möchte, aber das kann ja jeder, ich fahre dann doch lieber über die Wege die man nicht so wirklich zu Gesicht bekommt, bzw. eben nicht über die Interstades oder Highways sondern es geht über kleine Straßen, da wo man das No Mans Land so richtig fühlen kann. Es ist das typische Wild West Feeling das hier aufkommt und man vermisst eigentlich nur noch das ein Cowboy (die Bezeichnung mögen sie eigentlich nicht aber was solls) über die Prärie reitet. Und kaum habe ich das gedacht kommt mir, auf dem etwas besseren Feldweg auf dem ich fahre, eine Herde Kühe entgegen. Zuerst sieht man tatsächlich nur die Kühe und ich hoffe irgendwie das sie das Auto in Ruhe lassen, hier hilft einfach stehen bleiben und das Spaktakel anzusehen, doch das eigentlich interesannte reitet hinter den Kühen her. Ein Cowboy, bzw. mehrere Cowboys auf Pferden und mit Lassos, so wie man es sich vorstellt. Sie treiben die Herde am Auto vorbei, lachen über den Tourist der darin sitzt und ich kann weiterfahren.

Es geht weiter auf dem Weg in Richtung einiger Köhlerbauten aus dem 19. Jahrhundert, die zur unterstützung der Pioniere dort gebaut wurden, ein bisschen weiter stehen die verfallenen Hütten der Köhler die wohl aus der ähnlichen Zeit stammen müssen. Man sieht den Wilden Westen wie er leibte und lebte. Nach einer Weile geht es dann aber wieder auf einen Highway der mich Salt Lake City näher bringen soll.

Doch bevor es dazu kommt fahre ich noch durch einen der schönsten National Parks die ich mir vorstellen kann. Der Uinta-Wasatch-Cache National Forest ist ein Zufallsfund aber einer der schönsten Zufallsfunde die man haben kann. hier gibt es kleine Seen, viel Wald und es geht nochmals richtig weit in die Berge hinauf, bis es auf der anderen Seite weiter Richtung Salt Lake City geht, welches ich dann auch gegen Abend erreiche um dort in das Motel einzuchecken. Zum Abschluss des Abends gibt es noch ein Abendessen in Danny’s Diner, das genau so aussieht, wie man sich das typisch amerikanische Diner eben vorstellt und ein kleiner Tip bestellt dort die Lemonade, die schmeckt fantastisch.

Into the Mountains

Los geht es aus Denver heraus und der Roadtrip kann beginnen. Wenn man schon in der Gegend ist, dann muss man quasi verpflichtend in die Rocky Mountains fahren. Der beste Ort dafür ist der Rocky Mountains National Park, in den man für 20,-$ pro Auto hineinkommt. Doch alleine schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebniss, das man sehr gerne macht, die Berge kommen einem auf dem Interstate immer näher und näher und werden immer größer, bis man genau vor ihnen steht und versteht warum es Rocky Mountains heißt. Die Berge bestehen einfach aus rießigen Felsen, manche grau, andere eher rötlich.

Es geht weiter in die Berge hinein und irgendwann auf einen Parkplatz von dem aus man zu Fuß weiterläuft. Für meine Tour habe ich mir verschiedene Gebirgsseen ausgesucht, die ich abwandern möchte. Eine Strecke von rund 4 Meilen, hört sich nach nicht viel an, sollte aber nicht unterschätzt werden.

Als erstes geht es eine gemächliche Runde um den Bear Lake und schon hat der National Park bewießen, dass er den Eintritt mehr als wert ist. Die Berge rund um den See spiegeln sich im klaren Wasser und die Bäume rinsherum geben dem ganzen schon einen gewissen abenteuerlichen Flair und man bekommt sofort Lust mehr davon zu sehen und eine runde in dem eiskalten Wasser zu schwimmen, aber das ist leider verboten und so muss ich ohne schwimmen auskommen und lieber den Weg weiter richtung Nymph Lake aufnehmen. Auch dort findet sich glasklares Wasser  und eine herliche Aussicht auf die Berge. Anschließend geht es über die Wanderwege weiter zum letzten See dieser Tour dem Emerald Lake.

Der Aufstieg ist schon ein bisschen anstrengend, aber es lohnt sich, wie mir ungefähr jeder Wanderer der mir entgegen kommt versichert. Und als ich da bin muss ich zugeben, sie haben nicht gelogen. Von dem See aus sieht man zwischen Flattop Mountain und Hallett Peak ganz leicht den Tyndall Gletscher hervor scheinen, während links ein Geröllfeld nach oben geht, rechts kleine Bäume stehen und vor mir am Ende des Sees kleine Gletscherwasserfälle in den See fließen. Hier hält man es echt ein bisschen länger aus und genießt die schöne Natur um sich herum, doch leider ist es hier auch sehr kühl, also muss ich irgendwann auch wieder den Abstieg in Angriff nehmen. Denn leider bin ich am Morgen zu spät aufgestanden und es wird immer dunkler und kühler und es liegen noch knappe 4 Stunden Fahrt vor mir. Dennoch ist der Rocky Mountain National Park definitiv ein weiteres Highlight auf diesem Trip durch die USA und auch hier eine klare Empfehlung an jeden der hier selbst mal wandern möchte, plant viel Zeit ein, denn ich denke alleine hier könnte man gut und gerne eine Woche verbringen. Wichtig ist auch, unbedingt wärmere Sachen wie ich mitzunehmen (sprich evtl mehr wie T-Shirt und kurze Hose) und auf jeden Fall genug Wasser für die Wanderung einpacken, aber dann kann schon fast nichts mehr schief gehen. Wer interesse hat kann sich gerne auf der Website umschauen und sich auf der Karte schonmal die Route zusammenstellen. Auf der Fahrt heraus aus dem Nationalpark und zum nächsten Motel bekommt der Tag noch zu einem hervorragenden Abschluss, als erstes stehen Hirsche direkt neben der Fahrbahn und ein paar Meilen später sehe ich noch eine Elchkuh mit ihrem Kalb. Hier zeigt sich der National Park nochmal von seiner schönsten Seite und ich fahre nur sehr ungern weiter.

Denver Clan

Ab jetzt geht es los, vorbei sind die fixen Standorte, ab jetzt heißt es Roadtrip. Mit dem Auto quer durch die USA, besser gesagt Start im Wilden Westen der USA und Ende im Nordwesten. Aus diesem Grund führt der erste Weg nach Denver, eine Stadt, von der man eventuell schon mal etwas gehört hat, aber damit hat es sich dann meistens auch. Doch das ist eine grandios falsche Einstellung die man gegenüber Denver haben kann. Denver gehört seit meinem Besuch dort zu meinen neuen Top Städten in den USA die man gesehen haben sollte. Erstens liegt das an der Aussicht, Denver ist sehr weitläufig und im Westen sieht man immer die Rocky Mountains, es ist quasi unmöglich sich zu verlaufen, da man immer die Berge als Orientierung hat. Der Zweite Punkt wieso Denver seit neuestem zu meinen Favoriten gehört ist: trotz der größe von über 600.000 Menschen ist es sehr ruhig und irgendwie entspannt. Man kann durch die Stadt laufen, die kostenlosen Mall Shuttle Busse nutzen, sich die Leute anschauen oder einfach in eine der Kneipen setzen und ein leckeres Pale Ale genießen. Das alles macht Denver zu einer sehr schönen Stadt, in der es an nichts mangelt, Sehenswürdigkeiten wie das Art Museum oder die Union Station, Bars, leckere Restaurants und eine gigantische Aussicht machen Denver zu einer super Station auf einer Tour durch die USA. Wer etwas leckeres essen gehen möchte der ist zum Beispiel bei Ted’s Montana Grill richtig, hier gibt es hervorragende Burger, wahlweise mit Rinder- oder Bisonfleisch, ein echter Wild West Happen wenn man so möchte. Danach noch ein bisschen durch die Lower Downtown (Lodo) laufen und sich mit den Leuten unterhalten, sich die Bars anschauen, ein Oskar Blues Pale Ale trinken und einfach ein bisschen genießen. Denver bietet alles was man braucht um von dem Startpunkt eines Roadtrips nicht mal weg zu wollen.

Canada and back

Anders als erwartet geht es hier weniger um eine Kanada Reise, sondern eher um die berühmten Wasserfälle der USA und eben Kanadas. Die Niagarafälle sind gefühlt das Ziel von jedem der in einem Umkreis von 200 Kilometer ist. Wenn man hin kommt ist man zuerst mal überrascht, denn die Niagarafälle sind irgendwie kleiner als man es erwartet. Aber gut das soll nicht davon abhalten sich das ganze näher anzuschauen. Online kann man sich einen Discovery Pass vorbestellen der so ziemlich alles enthält was man dort machen kann. Also, zuerst zur Bootstour Mist of the Maid, dort bekommt man zuerst mal diese richtig schicken Regenponchos und dann geht es an die Wasserfälle. Nach kurzer Zeit macht es auch Sinn die Ponchos anzuhaben, weil der Nebel der Niagarafälle doch immer wieder auf das Boot kommt. Eine sehr schöne Tour, leider etwas überfüllt. Als nächstes geht es zur Cave of the Winds, um es vorauszunehmen, das ist mein persönliches Highlight an den Niagarafällen. Man kommt näher an die Wasserfälle heran als man es sich gedacht hat. Man kann quasi unter dem eiskalten Wasser duschen, wenn man nicht auch hier den Poncho anhätte. Trotzdem empfiehlt es sich eine Badehose zu tragen, weil man sehr sehr nass werden kann. 

Nachdem ich mich umgezogen habe, weil ich keibe Badehose anhatte, geht es für ein besseres Panorama auf die Kanadische Seite der Niagarafälle. Also wenn man das vor hat, unbedingt den Reisepass mitnehmen. Doch wenn man mal drüben ist hat man einen der schönsten Blicke auf die Wasserfälle und für diejenigen die noch keine 21 sind, das Alter in Kanada mit dem man ein Bier kaufen kann liegt bei 19 Jahren. Alles in allem sind auch die Niagarafälle einen Besuch wert, vor allem die Cave of the Winds ist etwas was man unbedingt gemacht haben sollte, wenn man sich dort aufhält.